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PZN: 04408488
Hersteller: ALIUD Pharma GmbH
Darreichung Tabletten

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Produktdetails

Anwendungsgebiet

  • Das Präparat ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Antipsychotika.
  • Es wird angewendet

    • zur Behandlung von unwillkürlichen, rhythmischen Bewegungsstörungen, die durch eine Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln gegen geistigseelische Erkrankungen ausgelöst worden sind (sogenannte Neuroleptikainduzierte Spätdyskinesien) und vorwiegend im Bereich von Zunge, Lippen und Gesicht auftreten.

Wirkstoffe / Inhaltsstoffe / Zutaten

111.1 mg Tiaprid hydrochlorid
100 mg Tiaprid
Cellulose, mikrokristallin Hilfstoff (+)
Magnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich] Hilfstoff (+)
Mannitol Hilfstoff (+)
Povidon K30 Hilfstoff (+)
Silicium dioxid, hochdispers Hilfstoff (+)

Gegenanzeigen

  • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden, wenn Sie

    • allergisch gegen Tiaprid oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
    • an einem prolaktinabhängigen Tumor (z.B. hypophysäres Prolaktinom oder Brustkrebs) leiden,
    • an einem Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) leiden,
    • gleichzeitig mit Levodopa oder anderen Arzneimitteln gegen Parkinson-Erkrankung behandelt werden.

Dosierung

  • Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
  • Kinder

    • Kinder sollten das Arzneimittel nicht einnehmen.

  • Erwachsene und ältere Menschen

    • Erwachsene sollten 100 - 200 mg Tiaprid (entsprechend 1 bis 2 Tabletten Tiaprid) 3-mal täglich einnehmen. Die Dosis hängt von der Schwere Ihrer Symptome und Ihrem Gewicht ab.
    • Die empfohlene Tagesdosis beträgt 300 - 600 mg Tiaprid.
    • Der Behandlungserfolg von Tiaprid zeigt sich möglicherweise erst 4 bis 6 Wochen nach Beginn der Einnahme der Tabletten.

  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

    • Ihr Arzt wird Ihre Nierenfunktion überprüfen. Wenn Sie eine Nierenerkrankung haben, wird er die Dosis reduzieren.

 

  • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten

    • Wenn Sie mehr Tabletten eingenommen haben, als Ihr Arzt Ihnen verordnet hat, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder suchen Sie die nächste Notaufnahme auf.
    • Denken Sie daran, die Packung und die übrigen Tabletten mitzunehmen.
    • Ihr Arzt wird entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zur Therapie Ihrer Beschwerden. Mögliche Beschwerden bei Überdosierung sind Benommenheit, beruhigende Wirkung/Müdigkeit, Bewusstlosigkeit (Koma), niedriger Blutdruck und extrapyramidale Symptome (Bewegungsstörungen).

 

  • Wenn Sie die Einnahme vergessen haben

    • Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie einfach Ihre übliche Dosis zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt ein.

 

  • Wenn Sie die Einnahme abbrechen

    • Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt hat dies angeordnet. Wenn Sie die Einnahme Ihrer Tabletten plötzlich abbrechen, kann es sein, dass Ihre Symptome schlimmer werden. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie Sie die Einnahme dieses Arzneimittels reduzieren und dann beenden können.

 

  • Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Einnahme

  • Nehmen Sie die Tabletten nach einer Mahlzeit mit etwas Wasser ein.

Patientenhinweise

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen:
    • Besondere Vorsicht bei der Anwendung ist erforderlich, wenn

      • bei Ihnen in der Vergangenheit Epilepsie aufgetreten ist, da das Arzneimittel die Schwelle für epileptische Anfälle senkt und damit die Neigung zu Krampfanfällen erhöht. Ihr Arzt wird Sie daher besonders engmaschig überwachen.
      • Sie eine Parkinson-Erkrankung haben: Ihr Arzt wird das Präparat nur in besonderen Ausnahmefällen verschreiben.
      • Sie eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung haben (einschließlich Herzrhythmusstörungen): Es könnten Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-System auftreten (vor allem niedriger Blutdruck).
      • Sie älter sind: Wie auch andere Neuroleptika kann das Arzneimittel zum verstärkten Auftreten von starker Müdigkeit, niedrigem Blutdruck, Bewusstseinstrübung und Koma führen.
      • Sie ein älterer Patient mit Demenzerkrankung sind, da in dieser Patientengruppe ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei der Anwendung von antipsychotisch wirksamen Arzneimitteln beobachtet wurde,
      • Sie Nierenprobleme haben: Ihr Arzt könnte Ihre Dosis reduzieren oder Ihnen sagen, dass Sie die Einnahme beenden sollen. Da der Wirkstoff Tiaprid überwiegend über die Niere ausgeschieden wird, besteht bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ein mögliches Risiko für das Auftreten eines Komas aufgrund von Überdosierung.
      • Sie Fieber, Muskelsteifigkeit, Kreislaufprobleme oder Bewusstseinsstörungen entwickeln, suchen Sie sofort Ihren behandelnden Arzt auf: Es kann sich hierbei um ein „malignes neuroleptisches Syndrom" handeln, das tödlich sein kann und durch hohes Fieber, Muskelsteifigkeit und Störungen des Nervensystems gekennzeichnet ist. Beim Auftreten von Fieber ist Tiaprid sofort abzusetzen. Es wurden untypische Fälle beobachtet, die keine Muskelsteifigkeit zeigten und nur eine leicht erhöhte Körpertemperatur aufwiesen. Außer in besonderen Ausnahmefällen wird Ihr Arzt Ihnen das Arzneimittel nicht verordnen, wenn Sie eine Parkinson-Erkrankung haben.
      • bei Ihnen ein Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln besteht. Ihr Arzt wird Tiaprid mit Vorsicht anwenden, da Arzneimittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken, mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht werden.
      • Sie ungeklärte Infektionen oder Fieber haben. Bei Anzeichen einer Infektion oder Fieber wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt. Ihr Arzt wird eine Untersuchung Ihres Blutbildes anordnen.

    • Besondere Vorsicht bei der Anwendung ist erforderlich, wenn bei Ihnen Risikofaktoren vorliegen, wie z.B.:

      • langsamer Herzschlag (Bradykardie),
      • Störungen des Elektrolythaushalts, vor allem ein zu geringer Kaliumspiegel,
      • angeborene Herzrhythmusstörung (sogenannte „QT-Zeit-Verlängerung"),
      • Einnahme von Arzneimitteln, die zu solchen Beschwerden führen können, die Reizleitungsstörungen am Herzen (QT-Verlängerungen) oder schwerwiegende Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) begünstigen können.

    • In diesem Fall wird der Arzt Ihre Herztätigkeit besonders überwachen.
    • Kinder und Jugendliche

      • Das Präparat ist nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen vorgesehen.

 

  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

    • Das Arzneimittel hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.
    • Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Tiaprid aufgrund seiner beruhigenden Wirkung das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Arzneimittel.

Schwangerschaft

  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
  • Schwangerschaft

    • Die Einnahme von Tiaprid wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung verwenden, nicht empfohlen.
    • Wenn Sie Tiaprid in den letzten drei Monaten Ihrer Schwangerschaft einnehmen, können beim Neugeborenen folgende Beschwerden auftreten:

      • Unruhe, Bluthochdruck, Zittern, Schläfrigkeit, Atemprobleme und Schwierigkeiten beim Füttern.

    • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt.

  • Stillzeit

    • Sie sollten während der Therapie mit diesem Präparat nicht stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die beste Art und Weise, Ihr Baby zu füttern, wenn Sie Tiaprid einnehmen.

  • Fortpflanzungsfähigkeit

    • Tiaprid kann zum Ausbleiben der Regelblutung oder des Eisprungs führen und die menschliche Fruchtbarkeit verringern.

Hinweise

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Tiaprid Al 100 mg Tabletten sind apothekenpflichtig und können in Ihrer Versandapotheke erworben werden.

Hersteller:  ALIUD Pharma GmbH, Gottlieb-Daimler-Straße 19

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